Globale Mindestbesteuerung klingt zunächst nach Steuerrecht. In der Praxis ist Pillar 2 aber genauso eine Frage von Daten, Prozessen und Software. Genau deshalb haben Flick Gocke Schaumburg und Softwarehelden ihre Kompetenzen zusammengebracht: steuerliche Expertise auf der einen, Software- und Plattform-Know-how auf der anderen Seite. Gemeinsam entstand die mehrfach ausgezeichnete Pillar 2 Management App – auf Basis vonCluu.
15 Prozent Mindeststeuer. Unternehmensgruppen ab 750 Millionen Euro Umsatz. Unterschiedliche Gesellschaften, Länder, Rechnungslegungsdaten, Safe-Harbour-Regelungen und Wahlrechte. Und am Ende soll daraus ein standardisierter GloBE Information Return entstehen.
Wer sich mit Pillar 2 beschäftigt, merkt schnell: Die Herausforderung liegt nicht allein darin, die steuerlichen Regeln zu verstehen. Komplex wird es vor allem dort, wo Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammengeführt werden, Berechnungen reproduzierbar bleiben und der gesamte Compliance-Prozess jedes Jahr zuverlässig wiederholt werden muss.
Hier wird aus Steuerrecht eine Softwareaufgabe.
Und hier begann die Zusammenarbeit von FGS und Softwarehelden.
Für die Pillar 2 Management App kamen zwei Perspektiven zusammen.
Flick Gocke Schaumburg brachte die steuerliche Expertise, das Verständnis der regulatorischen Anforderungen und die Erfahrung aus der Beratung von Unternehmen ein. Wir von Softwarehelden brachten unsere Erfahrung in der Entwicklung datengetriebener Anwendungen und mit unserer Low-Code-Plattform Cluu die technologische Grundlage mit.
Das gemeinsame Ziel: die komplexen fachlichen Anforderungen von Pillar 2 nicht einfach nur digital abzubilden, sondern daraus einen durchgängigen, nachvollziehbaren und wiederholbaren Prozess zu entwickeln.
Denn eine fachlich korrekte Berechnung allein reicht nicht.
Die richtigen Daten müssen in der richtigen Qualität und Struktur zur Verfügung stehen, fachliche Regeln müssen zuverlässig umgesetzt werden und am Ende müssen die Ergebnisse in einer Form vorliegen, die sich für Reporting und Deklaration weiterverwenden lässt.
Mit dem Mindeststeuergesetz hat Deutschland die globale Mindestbesteuerung in nationales Recht überführt. Es gilt grundsätzlich für Geschäftsjahre, die nach dem 30. Dezember 2023 beginnen.
Betroffen sind grundsätzlich Unternehmensgruppen,deren oberste Muttergesellschaft in mindestens zwei der vier unmittelbar vorangegangenen Geschäftsjahre Umsatzerlöse von mindestens 750 Millionen Euro ausweist. Der Mindeststeuersatz beträgt 15 Prozent.
Für viele kalenderjahrgleiche Unternehmensgruppen war der 30. Juni 2026 die erste große GIR-Abgabefrist. Für den ersten Mindeststeuer-Bericht gilt grundsätzlich eine Frist von 18 Monaten nach Ende des Geschäftsjahres, anschließend regulär 15 Monate.
Die erste Abgabesaison hat dabei gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Herausforderungen auch technischer Natur ist. Nach Einschätzung von FGS erwiesen sich insbesondere die Erstellung und Übermittlung der XML-Dateien als anspruchsvoll.
Pillar 2 ist damit ein gutes Beispiel dafür, warum fachliche und technologische Kompetenz bei regulatorischen Prozessenzusammengedacht werden müssen.
Bei der Entwicklung der Pillar 2 Management Appging es deshalb von Anfang an um mehr als einen Steuerrechner.
Gemeinsam mit FGS haben wir einen digitalen Prozess geschaffen, der die unterschiedlichen Schritte der Pillar-2-Compliance miteinander verbindet.
Die Anwendung unterstützt unter anderem bei der strukturierten Erfassung steuerrelevanter Daten, Transitional Safe Harbours, Berechnungen von GloBE Income und Adjusted Covered Taxes, Substance-based Income Exclusions sowie bei der Ermittlung von Effective Tax Rate und Top-up Tax. Auch Wahlrechte lassen sich dokumentieren und Informationen für den GloBE Information Return aufbereiten.
Die fachlichen Anforderungen kommen dabei aus einer hochspezialisierten steuerlichen Domäne. Unsere Aufgabe als Softwarehelden besteht darin, daraus eine Anwendung zu machen, in der Datenmodell, Geschäftslogik, Workflows und Benutzeroberfläche sinnvoll zusammenspielen.
Genau diese Verbindung macht das Projekt für uns besonders.
Ein großer Teil der technischen Komplexität befindet sich unter der sichtbaren Oberfläche.
Steuerrelevante Informationen stammen aus ERP-Systemen, Konsolidierungslösungen, Reporting-Systemen und individuellen Datenquellen. Hinzu kommen Stammdaten zu Gesellschaften und Jurisdiktionen sowie Informationen, die bislang möglicherweise noch gar nicht zentral gepflegt wurden.
Für jeden neuen Compliance-Prozess eine eigene Datenbank und Anwendung aufzubauen, würde schnell neue Datensilos schaffen.
Deshalb basiert die gemeinsam entwickelte Lösung auf Cluu.
Unsere Plattform wurde dafür geschaffen, bestehende Systeme und Datenquellen miteinander zu verbinden und Informationen in einem gemeinsamen fachlichen Kontext nutzbar zu machen. Mit der Virtual-Database-Technologie von Cluu können Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander in Beziehung gesetzt werden, ohne für jeden neuen Anwendungsfall eine vollständig isolierte Datenwelt aufzubauen.
Damit konnten wir gemeinsam mit FGS nicht nur eine Pillar-2-Anwendung entwickeln, sondern zugleich eine technische Grundlage schaffen, auf der weitere steuerliche Prozesse aufbauen können.
Gerade regulatorische Software ist niemals wirklich „fertig“.
Vorgaben ändern sich, Datenformate werden angepasst und neue Validierungsregeln kommen hinzu. Pillar 2 macht das besonders deutlich.
Im Januar 2025 veröffentlichte die OECD das XML-Schema für den GloBE Information Return. Im Juni 2026 folgten zusätzliche Hinweise für die erste Filing- und Exchange-Runde. Am 11. September 2026 wurde bereits eine überarbeitete Version des GIR veröffentlicht.
Für uns ist genau das ein entscheidender Vorteil des Plattformansatzes.
Wenn sich fachliche Anforderungen verändern, müssen nicht jedes Mal Datenstrukturen und Anwendungen komplett neu entwickelt werden. Regeln, Datenmodelle und Workflows können auf einer gemeinsamen technischen Basis weiterentwickelt werden.
Die gemeinsam entwickelte Pillar 2 Management App zeigt, was entsteht, wenn Fach- und Softwarekompetenz von Beginn an zusammenarbeiten.
FGS kennt die steuerlichen Anforderungen und die Herausforderungen der Unternehmen. Wir bringen die technische Plattform und die Erfahrung mit, komplexe Fachprozesse in digitale Anwendungen zu übersetzen.
So entsteht ein End-to-End-Prozess: Daten werden aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, geprüft und fachlich verarbeitet. Berechnungen und Entscheidungen bleiben nachvollziehbar. Ergebnisse können anschließend für den GIR und weitere Deklarationsprozesse bereitgestellt werden.
Gleichzeitig stand bei der Entwicklung nicht nur die fachliche Logik im Mittelpunkt. Die Anwendung sollte trotz der komplexen Materie verständlich und intuitiv nutzbar bleiben.
Denn Digitalisierung ist erst dann erfolgreich, wenn aus komplexem Fachwissen ein Prozess entsteht, mit dem Menschen tatsächlich arbeiten können.
Die Pillar 2 Management App ist für uns bei Softwarehelden ein gutes Beispiel dafür, wie wir Softwareentwicklung verstehen.
Am Anfang steht nicht die Frage:
Welche App bauen wir?
Sondern:
Welche Daten gibt es? Welche fachlichen Zusammenhänge bestehen? Welche Prozesse müssen unterstützt werden? Und wie schaffen wir eine technische Basis, die auch bei zukünftigen Anforderungen trägt?
Bei Pillar 2 konnten wir diese Fragen gemeinsam mit FGS beantworten.
Das Ergebnis verbindet tiefes steuerliches Fachwissen mit unserer Plattformtechnologie und unserer Erfahrung in der Entwicklung komplexer Business-Anwendungen.
Heute heißt der Anwendungsfall Pillar 2. Morgen ändern sich Reporting-Anforderungen, weitere Datenquellen kommen hinzu oder neue steuerliche Prozesse entstehen.
Genau dafür haben wir Cluu entwickelt.
Die Pillar 2 Management App zeigt, was möglich ist, wenn Fachexperten und Softwareentwickler nicht nacheinander, sondern gemeinsam an einer Lösung arbeiten: aus komplexen Vorgaben, verteilten Daten und zahlreichen Einzelschritten wird ein durchgängiger digitaler Prozess.
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