Modernisieren, ohne alles zu ersetzen: Wie Cluu bestehende IT-Systeme verbindet

02.11.2026

In vielen Unternehmen laufen Anwendungen, die älter sind als manche ihrer Mitarbeiter. Sie wurden über Jahre angepasst, erweitert und mit anderen Systemen verknüpft. Häufig funktionieren sie zuverlässig und erfüllen Aufgaben, für die es kaum eine bessere Lösung gibt.

Trotzdem werden sie irgendwann zum Problem. Nicht unbedingt, weil ihre Technik veraltet ist, sondern weil sie zunehmend isoliert arbeiten. Informationen verteilen sich auf unterschiedliche Datenbanken, Abteilungen pflegen eigene Anwendungen, und selbst einfache Fragen erfordern Daten aus mehreren Systemen.

Für CIOs und CTOs entsteht daraus ein kostspieliges Dilemma: Sollen sie funktionierende Anwendungen ersetzen, nur weil sich deren Daten nicht ohne Weiteres gemeinsam nutzen lassen?

Die Digitalisierungsplattform Cluu von Softwarehelden bietet einen anderen Weg. Sie greift direkt auf bestehende Datenbanken zu, verknüpft deren Inhalte in einem gemeinsamen virtuellen Datenmodell und stellt sie für neue Anwendungen bereit. Die vorhandenen Systeme bleiben bestehen. Modernisiert wird vor allem, wie Unternehmen mit ihren Daten arbeiten.

In alten Systemen steckt oft wertvolles Wissen

Wer eine über Jahrzehnte gewachsene Unternehmensanwendung ersetzen möchte, merkt schnell, dass es dabei um weit mehr als Software geht.

In solchen Systemen stecken unzählige fachliche Entscheidungen. Geschäftsregeln, die irgendwann aus gutem Grund eingeführt wurden. Sonderfälle, die im Laufe der Jahre berücksichtigt werden mussten. Abläufe, die auf die Anforderungen einzelner Abteilungen zugeschnitten sind.

Dieses Wissen lässt sich selten vollständig dokumentieren, geschweige denn problemlos in eine neue Anwendung übertragen.

Eine Systemablösung bedeutet deshalb häufig, bestehende Prozesse neu abzubilden, Daten zu migrieren und zahlreiche Schnittstellen anzupassen. Das kostet Zeit und Geld. Hinzu kommt das Risiko, dass nach der Umstellung bestimmte Funktionen fehlen oder anders arbeiten als erwartet.

Dabei ist der Austausch des Systems womöglich gar nicht notwendig.

Ein Beispiel aus der Automobilentwicklung: Prüfaufträge werden in einer Testmanagement-Anwendung verwaltet, Fahrzeugkonfigurationen liegen in einer anderen Datenbank, Messdaten wiederum in spezialisierten Systemen. Jede Anwendung erfüllt ihren Zweck.

Schwierig wird es, wenn ein Ingenieur wissen möchte, welche Messergebnisse zu einer bestimmten Fahrzeugkonfiguration gehören, welche Auffälligkeiten dokumentiert wurden und ob daraus weitere Tests entstanden sind.

Die Informationen sind vorhanden. Sie liegen nur an unterschiedlichen Stellen.

Was wäre, wenn die Daten einfach dort bleiben könnten?

Üblicherweise werden solche Probleme durch zusätzliche Schnittstellen, Datenexporte oder die Zusammenführung von Informationen in einer zentralen Datenbank gelöst.

Das funktioniert, bringt aber neue Abhängigkeiten mit sich. Daten müssen übertragen, synchronisiert und gegebenenfalls mehrfach gespeichert werden. Ändert sich die Struktur eines Quellsystems, kann das Auswirkungen auf nachgelagerte Anwendungen haben.

Cluu verfolgt einen anderen Ansatz.

Im Zentrum der Plattform steht eine virtuelle, graphbasierte Datenbank. Sie ermöglicht es, Informationen aus verschiedenen Datenquellen miteinander zu verknüpfen, ohne sie grundsätzlich aus ihren ursprünglichen Systemen herauslösen zu müssen.

Die Daten bleiben dort, wo sie bereits gespeichert sind. Cluu greift über die entsprechenden Anbindungen darauf zu und bildet ihre fachlichen Beziehungen in einem gemeinsamen Datenmodell ab.

Dahinter steckt eine sogenannte Ontologie. Sie beschreibt, welche Objekte es in einem Unternehmen gibt und wie diese zusammenhängen.

Ein Prüfauftrag gehört beispielsweise zu einem Projekt. Er betrifft ein bestimmtes Fahrzeug, verwendet einen konkreten Prüfling und erzeugt Messergebnisse. Diese können wiederum mit Fehlerberichten oder Freigaben verbunden sein.

Cluu macht solche Zusammenhänge über Systemgrenzen hinweg zugänglich.

Für Anwender entsteht damit eine einheitliche Sicht auf Informationen, die technisch weiterhin in verschiedenen Datenbanken liegen.

Da Cluu direkt auf angebundene Datenquellen zugreifen kann, lassen sich auch aktuelle Daten einbeziehen. Wie schnell diese verfügbar sind, hängt unter anderem von den jeweiligen Quellsystemen und Schnittstellen ab.

Der wirkliche Nutzen zeigt sich in den Anwendungen

Verbundene Daten sind zunächst eine technische Grundlage. Interessant wird es, wenn Unternehmen daraus neue Anwendungen entwickeln.

Hier kommt der Low-Code-Ansatz von Cluu ins Spiel.

Statt eine individuelle Software vollständig neu zu programmieren, können Entwickler große Teile der Anwendung über Modelle, Konfigurationen und wiederverwendbare Funktionen umsetzen. Dazu gehören Benutzeroberflächen, Geschäftsregeln und Workflows.

Ein Automobilhersteller könnte so beispielsweise eine Anwendung bereitstellen, in der Ingenieure Prüfaufträge verwalten, Fahrzeugkonfigurationen einsehen, Messdaten aufrufen und Testergebnisse dokumentieren.

Die Informationen stammen weiterhin aus den vorhandenen Systemen. Die neue Oberfläche führt sie so zusammen, wie es der tatsächliche Arbeitsprozess erfordert.

Das hat einen praktischen Vorteil: Wenn eine Fachabteilung zusätzliche Informationen benötigt oder sich ein Freigabeprozess verändert, muss nicht zwangsläufig die gesamte Anwendungslandschaft angepasst werden.

Die Änderungen können in der neuen Anwendung umgesetzt werden, soweit die zugrunde liegenden Schnittstellen und Datenmodelle dies ermöglichen.

Low-Code reduziert dabei den Aufwand für wiederkehrende Entwicklungsaufgaben. Individuelle Anforderungen lassen sich häufig schneller umsetzen, weil weniger Code von Grund auf geschrieben und langfristig gepflegt werden muss.

Vollständig ohne klassische Softwareentwicklung geht es allerdings nicht immer. Komplexe Integrationen, spezielle Geschäftslogik oder hohe Leistungsanforderungen können weiterhin individuelle Programmierung erfordern.

Nicht jede alte Anwendung muss modernisiert werden

Für IT-Verantwortliche liegt der Reiz dieses Ansatzes vor allem darin, dass sie ihre Modernisierungsstrategie differenzierter gestalten können.

Ein zuverlässiges Bestandssystem muss nicht ersetzt werden, nur weil seine Benutzeroberfläche nicht mehr zeitgemäß ist oder andere Anwendungen auf seine Daten zugreifen sollen.

Es kann seine ursprüngliche Aufgabe weiter erfüllen, während Cluu die Informationen für neue Prozesse nutzbar macht.

Natürlich funktioniert das nicht unter allen Bedingungen gleich gut. Direkte Datenbankzugriffe können die Quellsysteme belasten. Unterschiedliche Datenstrukturen müssen fachlich richtig miteinander verknüpft werden. Zugriffsrechte und Datenverantwortlichkeiten müssen auch über Systemgrenzen hinweg klar geregelt sein.

Manche Anwendungen sollten deshalb weiterhin abgelöst werden. Andere benötigen zusätzliche Schnittstellen oder eine gezielte Datenreplikation.

Es geht darum, für jedes System eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, statt die gesamte IT-Landschaft auf einmal erneuern zu müssen.

Neue Software entwickeln, ohne bei null anzufangen

Die Kombination aus virtueller Datenintegration und Low-Code verändert, wie Unternehmen individuelle Software entwickeln können.

Bisher war die Einführung einer neuen Anwendung oft eng mit der Frage verbunden, wie vorhandene Daten migriert und bestehende Funktionen nachgebaut werden sollen.

Wenn diese Daten direkt aus den Quellsystemen eingebunden werden können, entfällt ein Teil dieses Aufwands. Entwickler können sich stärker auf die Prozesse und Funktionen konzentrieren, die tatsächlich neu benötigt werden.

Das kann Projekte beschleunigen und Kosten senken. Vor allem aber lässt sich Software schrittweise weiterentwickeln, ohne jede Veränderung zu einem großen Migrationsprojekt zu machen.

Für CIOs und CTOs ergibt sich daraus eine andere Perspektive auf ihre bestehende IT: Auch ältere Systeme können weiterhin wertvolle Bestandteile einer modernen Architektur sein.

Ihr Alter allein sagt wenig darüber aus, ob sie ersetzt werden müssen. Wichtiger ist, ob ihre Daten und Funktionen für neue Anforderungen zugänglich gemacht werden können.

Mit Cluu können Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen, ohne bereits getätigte Investitionen vorschnell aufzugeben. So wird Modernisierung zu einem kontinuierlichen Prozess, der auf vorhandenen Systemen aufbaut, statt bei jeder neuen Anforderung wieder von vorne zu beginnen.

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