Die internationale Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RÖDL setzt bei der Digitalisierung ihrer steuerlichen Transaktionsberatung auf die Plattform Cluu der Softwarehelden GmbH. Gemeinsam haben beide Unternehmen die M&A Factory realisiert, eine digitale Lösung zur effizienteren Erstellung von Tax Due Diligence Reports.
RÖDL brachte dabei die inhaltliche Expertise aus der steuerlichen Transaktionsberatung ein. Softwarehelden verantwortete die technische Umsetzung und stellte mit Cluu die zugrunde liegende Plattform bereit, auf der die M&A Factory als individuelle Anwendung entwickelt wurde.
Bei Unternehmenskäufen müssen in kurzer Zeit große Mengen unterschiedlicher Informationen ausgewertet und steuerliche Risiken identifiziert werden. Die M&A Factory unterstützt diesen Prozess, indem steuerlich relevante Informationen automatisiert erkannt, strukturiert und anhand definierter Bewertungslogiken eingeordnet werden. Die Ergebnisse werden anschließend durch die verantwortlichen Steuerberater geprüft und fließen in den Tax Due Diligence Report ein.
Die M&A Factory ist das Ergebnis der engen Verzahnung zweier Kompetenzbereiche. RÖDL definierte die fachlichen Anforderungen, Bewertungslogiken und Prozessschritte aus Sicht der steuerlichen Due Diligence. Die Softwarehelden überführten diese Anforderungen in digitale Workflows und entwickelten die technische Lösung auf Basis von Cluu.
„Die M&A Factory zeigt sehr gut, wie anspruchsvolle Fachprozesse digitalisiert werden können, wenn Fach- und Technologiekompetenz von Anfang an zusammengebracht werden“, sagt Uli Held, CEO der Softwarehelden GmbH. „RÖDL kennt die steuerlichen Prozesse und Anforderungen bis ins Detail. Wir bringen die Entwicklungs- und Plattformkompetenz mit, um dieses Wissen in eine leistungsfähige Anwendung zu übersetzen.“
Cluu fungiert dabei als technisches Fundament der M&A Factory. Die Plattform ermöglicht es, Daten, Prozesslogiken, Benutzeroberflächen und bestehende Systeme innerhalb einer gemeinsamen Architektur miteinander zu verbinden. Individuelle Anwendungen können darauf entwickelt und bei veränderten Anforderungen schrittweise erweitert werden.
Die M&A Factory verbindet Fachwissen aus der steuerlichen Transaktionsberatung mit automatisierten Workflows und datengetriebenen Analysen. Künstliche Intelligenz unterstützt nach Angaben von RÖDL bei der Extraktion, Strukturierung und Bewertung von Daten. Ziel ist es, Tax Due Diligence Reports schneller, konsistenter und nachvollziehbarer zu erstellen.
Die fachliche Bewertung bleibt dabei Aufgabe der Steuerberater. Die Technologie unterstützt bei der Aufbereitung und Strukturierung der Informationen und schafft eine einheitliche Grundlage für die weitere Prüfung.
„Mit der M&A Factory heben wir die steuerliche Due Diligence auf ein neues Level. Die Plattform ermöglicht uns, komplexe Datenmengen schnell zu durchdringen und Mandanten noch klarere, verlässlichere Ergebnisse zu liefern“, erklärt Florian Kaiser, Partner und Steuerberater bei RÖDL.
RÖDL und Softwarehelden arbeiten bereits seit mehreren Jahren bei der Entwicklung digitaler Tax Services zusammen. Mit der M&A Factory wird diese Zusammenarbeit auf die steuerliche Transaktionsberatung ausgeweitet.
Für Softwarehelden ist das Projekt zugleich ein Beispiel für den Plattformansatz von Cluu. Anstatt für jeden Anwendungsfall eine vollständig neue technische Basis zu schaffen, stellt Cluu zentrale Funktionen und Strukturen bereit, auf denen individuelle Fachanwendungen entwickelt werden können.
„Unsere Rolle ist es nicht, dem Kunden seinen Prozess zu erklären“, sagt Held. „Das Fachwissen liegt bei ihm. Wir schaffen die technische Grundlage und übersetzen dieses Wissen gemeinsam mit dem Kunden in eine digitale Anwendung. Genau dieses Zusammenspiel war auch bei der M&A Factory entscheidend.“
Die M&A Factory zeigt damit beispielhaft, wie spezialisierte Fachprozesse digitalisiert werden können, wenn Branchen- und Prozessexpertise mit einer flexiblen technischen Plattform und entsprechender Entwicklungskompetenz kombiniert werden.
Die Softwarehelden GmbH mit Sitz in Stuttgart entwickelt seit 2014 die Digitalisierungsplattform Cluu. Ursprünglich für die Fahrzeugentwicklung und -erprobung in der Automobilindustrie entwickelt, verbindet Cluu heute bestehende IT-Systeme über eine virtuelle Graphdatenbank und unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung komplexer Prozesse. Mehr als 20.000 Anwender nutzen die in Deutschland entwickelte, TISAX-zertifizierte und DSGVO-konforme Plattform. Zu den Kunden zählen unter anderem Audi, Porsche, Volkswagen, Würth und Bentley.